Referenten der Plenarvorträge

Dr. Rudolf W. Strohmeier

Als einer der Hauptredner konnte ein hochkarätiger EU- Vertreter gewonnen werden: Dr. Rudolf W. Strohmeier ist stellvertretender EU-Generaldirektor für Forschung & Innovation und verwaltet ein Forschungsrahmenprogramm von insgesamt 53 Milliarden Euro. Der gebürtige Würzburger hat über 25 Jahre Erfahrung auf dem europäischen Parkett. Politisch gilt der studierte Jurist und Ökonom als besonders standhaft: Als Kabinettschef der EU-Kommissarin Dr. Viviane Reding (Informationsgesellschaft und Medien) gelang ihm gegen massiven Widerstand die Durchsetzung der Roaming-Verordnung, die billigeres Telefonieren aus dem Ausland garantiert. Generell plädiert der Experte für Kommunikations- und Informationstechnologie für mehr Wettbewerb auf den Telekommunikations­märkten. Strohmeier betont, wie wichtig ihm die wettbewerbs­neutrale Verteilung der Digitalen Dividende ist, also der Frequenzen, die durch die Digitalisierung des Rundfunks frei werden. Dabei bezieht er klar Position: „Der Übergang zum digitalen Fernsehen bietet uns die einzigartige Chance, eine breitbandige Versorgung bis in den letzten Ort Europas zu realisieren“. Die Vision des EU-Politikers ist eine europäische Innovationsunion. Für eine grenzübergreifende gegenseitige Be­fruchtung des Wissens hält er Bürokratieabbau und die Einführung eines EU-Patents für unumgänglich. Strohmeier ermutigt dazu, mehr Geld in Forschung und Entwicklung zu investieren und so den europäischen Raum für Wissenschaftler attraktiver zu machen, denn „Europa braucht mindestens eine Millionen weiterer Forscher, um mithalten zu können“. So heißt der Titel seines Plenarvortrags auch „Die EU-Innovationsunion auf dem Weg zu Europa 2020“.

Prof. Dr. Harald Lesch

Panta rei. Alles fließt – vor allem der elektrische Strom.“ So lautet in Anlehnung an das bekannte Heraklit-Fragment der Titel des Vortrags des zweiten Hauptredners Prof. Dr. Harald Lesch. Er ist Professor für theoretische Astrophysik am Institut für Astronomie und Astrophysik an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Außerdem unterrichtet er Naturphilosophie an der Hochschule für Philosophie in München. Seine Hauptforschungsgebiete sind kosmische Plasmaphysik, Schwarze Löcher und Neutronensterne.

Bekannt ist er den Zuschauern des Bayerischen Rundfunks durch 217 Folgen α-Centauri. Seit 2008 moderiert er das ZDF-Wissenschaftsmagazin Abenteuer Forschung. Bei seinem Vortrag wird Prof. Lesch die Herausforderungen im Bereich Energie und Klima aufgreifen, um anschließend das Konzept von Desertec vorzustellen. Desertec gilt als eine Vision für Europas Energieversorgung. Für Klimaschutz und globale Energiesicherheit sollen in Nordafrikas Wüsten Solarstrom gewonnen werden und an der westafrikanischen Küste Windparks entstehen.